Eteokles und Polyneikos, die Söhne des Ödipus, erschlagen sich, im Kampf um die Macht, gegenseitig vor den Mauern Thebens. Kreon, der neue König, macht aus Eteokles einen Helden und läßt Polyneikos, den Verräter, unbeerdigt auf dem Schlachtfeld zurück. Antigone widersetzt sich dem Willen des Königs... Soweit die antike Vorlage, in der das göttliche Gebot, Tote zu bestatten, gegen den irdischen Anspruch des Königs auf Gehorsam steht. In unserer – stark von Jean Anouilh beieinflußten – Fassung sind Kreon und Antigone aus diesen Rollen hinausgewachsen: Kreon ist kein Tyrann – eher Pragmatiker, der »die Weltordnung etwas vernünftiger gestalten will«. Antigone stehen nicht mehr die Götter zur Seite, doch sie begreift, daß Kreon Recht geben alt werden heißt und sie weigert sich, erwachsen zu werden.